Literatur und verwendete Texte Modul 1
3. Aufbau naturwiss. Wissens
Der Aufbau naturwiss. Wissens kann nicht von außen an das Kind herangetragen werden. Es eignet sich vielmehr die Welt selbststätig an. Ausgehend von den gemachten Alltagserfahrungen entwickelt das Kind eigene Annahme und Erklärungen über die Welt. Diese Alltagskonzepte beinhalten zunächst nicht unbedingt naturwiss. korrekte Erklärungen. Sie sind aber der Ausgangspunkt, um daran anknüpfend naturwiss. Wissen aufbauen, erweitern oder vertiefen zu können.
So kann ein Kind bei der Betrachtung einer sich drehende Windmühle zu dem Schluss kommen, dass die Windmühle Wind macht. Daran kann angeknüpft werden. Es können ihm eigene Erfahrungen zum Thema Luft ermöglicht werden, die das Kind zu der Erkenntnis kommen lässt, dass nicht die Windmühle Wind macht, sondern der Wind die Windmühle zum Drehen bringt.
Im Zentrum früher naturwiss. Bildung stehen daher das selbsttätige Ausprobieren, die Ermöglichung vielfältiger Erfahrungen mit der Natur, die dem Kind helfen, seine zunächst noch naiven Vorstellungen über die Natur und ihre Phänomene selbsttätig zu korrigieren (vgl. Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer Fachkräfte 2018). So wird ein Zugang zum Aufbau naturwiss. Wissens geschaffen und dem Kind die Möglichkeit gegeben, anschlussfähige Konzepte über die Welt zu entwickeln, die im weiteren Bildungsverlauf immer weiter ausdifferenziert werden können (vgl. Steffensky 2018).