Literatur und verwendete Texte Modul 2

2. Bedeutung der Exploration für den Erkenntnisgewinnungsprozess

Der explorative Zugang stellt das Interesse des Kindes und die selbsttätige und selbstgewählte Auseinandersetzung mit dem Material in den Mittelpunkt.

Durch Erkunden und Ausprobieren macht das Kind eigene Erfahrungen und erwirbt sich Wissen über die Welt. Der Bildungsgehalt einer solchen explorativen Auseinandersetzung kann je nach Interesse des Kindes verschiedenen Bildungsbereichen zugeordnet werden. 

Beispielsweise können Alltagsgegenstände aus der Küche das Kind dazu anregen, verschiedene selbsterzeugte Geräusche, Töne oder Klänge zu erkunden. Es kann dazu eine Geschichte erzählen, mit anderen Kindern gemeinsam Musik machen oder damit die Aufmerksamkeit Anderer auf sich ziehen. Die Bereiche Musik, Sprache oder soziale Umwelt könnten hier beispielsweise im Zentrum des Interesses des Kindes stehen.

 Wann eröffnet dieses explorative Verhalten nun aber einen Zugang in die frühe naturwissenschaftliche Bildung?

Die genaue Beobachtung des Kindes stellt hier den Ausgangspunkt für die weitere Lernbegleitung dar, um das gezeigte Interesse dann durch Impulsfragen besser zu verstehen und hinsichtlich naturwissenschaftlicher Bildung konkretisieren zu können.

So können wiederholende Handlungen des Kindes, wie das Anschlagen eines Löffels an einen Heizkörper, das Staunen über unterschiedlich erzeugte Töne mit verschiedenen Materialen Hinweis darauf sein, dass für das Kind hier ein naturwissenschaftliches Thema im Zentrum des Interesses steht. 

In diesem Beispiel sind es die Eigenschaften des Materials.  In der Lernbegleitung kann das Interesse des Kindes aufgegriffen werden. Es können beispielsweise Vergleiche angeregt und zum genauen Hören oder Ausprobieren von unterschiedlichen Materialien aufgefordert werden. Dem Kind  werden so eigene Erfahrungen ermöglicht, die es immer weiter vertiefen kann.