Literatur und verwendete Texte Modul 1
| Website: | Lernplattform für frühe naturwissenschaftliche Bildung |
| Kurs: | SLK Kita Entdecken,staunen,forschen- Grundlagen früher naturwissenschaftlicher Bildung |
| Buch: | Literatur und verwendete Texte Modul 1 |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Dienstag, 5. Mai 2026, 19:24 |
1. Zugang zur frühen naturwiss. Bildung
1.
Frühe naturwissenschaftliche Bildungsgelegenheiten können in vielen Alltagssituationen entstehen. Der Waschraum beispielsweise bietet den Kindern hierzu vielfältige Möglichkeiten.
Mit Seife und Wasser lässt sich wunderbar Schaum herstellen. Er fühlt sich weich und vielleicht etwas glitschig an. Er hat einen eigenen Geruch und schillert vielleicht sogar. Die Kinder können hinein fassen, und immer größere Gebilde aus Schaum damit formen. Solche selbsttätigen Erfahrungen mit allen Sinnen stellen einen wichtigen Zugang zu früher naturwissenschaftlicher Bildung dar.
Im Zentrum stehen dabei Spaß am genauen Erkunden und die Freude und Motivation am Entdecken von Neuem. Die Förderung der kindlichen Neugier und des Interesses sich näher mit dem entdeckten Phänomen auseinanderzusetzen und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich selbst wirksam zu erleben, sind ein zentrales Anliegen früher naturwissenschaftlicher Bildung.
2. Phänomene der Natur im Alltag der Kinder
Im Kitaalltag gibt es viele Gelegenheiten über Phänomene zu staunen.
Der Löffel hier im Glas zum Beispiel sieht ganz anders aus, als die Kinder es vielleicht erwarten.
Kinder haben wahrscheinlich schon eigene Erfahrungen mit einem Löffel gemacht und wozu er zu gebrauchen ist. Sie haben erfahren, dass er sehr hart und kaum zu biegen ist, geschweige denn zu brechen.
Dieses Staunen oder die Irritation über etwas Unerwartetes ist ein guter Ausgangspunkt und Motivation für Kinder, das Phänomen näher zu erkunden um Neues zu entdecken. Die Herausforderung für die Kinder besteht dabei darin, diese irritierendende Beobachtung mit bereits gemachten Erfahrungen in Einklang zu bringen.
Sie können in diesem Beispiel den Löffel von allen Seiten genau beobachten, ihn herausholen oder ganz unter Wasser legen und erforschen, was es mit dem verzerrten Löffel auf sich hat. So können Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.
Über solches, forschendes Lernen können sie ihre bisherige Vorstellung von Welt ausgehend von ihren bisherigen Alltagsvorstellungen immer wieder erweitern oder verändern.
3. Aufbau naturwiss. Wissens
Der Aufbau naturwiss. Wissens kann nicht von außen an das Kind herangetragen werden. Es eignet sich vielmehr die Welt selbststätig an. Ausgehend von den gemachten Alltagserfahrungen entwickelt das Kind eigene Annahme und Erklärungen über die Welt. Diese Alltagskonzepte beinhalten zunächst nicht unbedingt naturwiss. korrekte Erklärungen. Sie sind aber der Ausgangspunkt, um daran anknüpfend naturwiss. Wissen aufbauen, erweitern oder vertiefen zu können.
So kann ein Kind bei der Betrachtung einer sich drehende Windmühle zu dem Schluss kommen, dass die Windmühle Wind macht. Daran kann angeknüpft werden. Es können ihm eigene Erfahrungen zum Thema Luft ermöglicht werden, die das Kind zu der Erkenntnis kommen lässt, dass nicht die Windmühle Wind macht, sondern der Wind die Windmühle zum Drehen bringt.
Im Zentrum früher naturwiss. Bildung stehen daher das selbsttätige Ausprobieren, die Ermöglichung vielfältiger Erfahrungen mit der Natur, die dem Kind helfen, seine zunächst noch naiven Vorstellungen über die Natur und ihre Phänomene selbsttätig zu korrigieren (vgl. Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer Fachkräfte 2018). So wird ein Zugang zum Aufbau naturwiss. Wissens geschaffen und dem Kind die Möglichkeit gegeben, anschlussfähige Konzepte über die Welt zu entwickeln, die im weiteren Bildungsverlauf immer weiter ausdifferenziert werden können (vgl. Steffensky 2018).
4. Lernbegleitung durch die päd. Fachkraft
In der pädagogischen Begleitung früher naturwissenschaftlicher Bildungsgelegenheiten stehen die fragende/forschende Haltung der pädagogischen Fachkraft sowie die Freude, etwas Neues zu entdecken und mit Kindern zusammen genau unter die Lupe zu nehmen, an wichtiger Stelle.
Wie die Beispiele in diesem Modul zeigen, sind es oft die kleinen, alltäglichen Dinge, oder gemachte Beobachtungen in der Lebenswelt der Kinder, die zum Staunen und Entdecken anregen oder Ausgangspunkt sind, sich näher mit einem Phänomen zu beschäftigen. Alltägliche Materialien mit und über die geforscht werden kann, stehen dabei im Vordergrund. Oft entwickeln sich solche Bildungsgelegenheiten auch aus dem Spiel der Kinder. Sie fangen an, etwas neugierig genauer zu beobachten, Dinge auszuprobieren und zu erkunden oder Vergleiche anzustellen. Diese Situationen, in denen Kinder naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen anwenden, können leicht aufgegriffen werden. Die pädagogische Fachkraft kann den Forscherdrang der Kinder dann unterstützen, indem sie weitere Lernumgebungen schafft und begleitet, die den Kindern die Möglichkeit bieten, sich intensiv und länger anhaltend mit dem erkannten Phänomen auseinanderzusetzen. Sie kann in ihrer Lernbegleitung Impulse setzten, die die Kinder anregen, genauer zu beobachten, ihre Vermutungen zu prüfen und über die gemachten Erfahrungen nachzudenken. Sie begleitet und unterstützt die Kinder dabei, ihren Fragen nachzugehen und kann so die Welt gemeinsam mit ihnen immer weiter entdecken.
5. Literatur
Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (Hrsg.) (2018). Frühe na-turwissenschaftliche Bildung. Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung. WiFF Wegweiser Weiterbildung, Band 13. München
Leuchter, Miriam (2017). Kinder erkunden die Welt. Frühe naturwissenschaftliche Bildung und Förderung. Stuttgart
Steffensky, Mirjam (2017). Naturwissenschaftliche Bildung in Kindertageseinrichtungen. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer Fachkräfte, WiFF Expertisen. Band 48. München
Steffensky, Mirjam (09 2018). Frühe naturwissenschaftliche Bildung..Verfügbar unter https://www.kita-fachtexte.de/texte-finden/detail/data/fruehe-naturwissenschaftliche-bildung-1/ zuletzt geprüft am 28.09.21
Wagenschein, Martin (2010): Kinder auf dem Wege zur Physik. Weinheim und Basel